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eLearning-Glossar – S, wie … Teil 1

S steht im eLearning für mehr als „Schulung“. Hinter dem Buchstaben verbergen sich gleich mehrere Begriffe, die bei der Organisation digitaler Weiterbildung eine wichtige Rolle spielen. Denn Systeme müssen Daten austauschen können, absolvierte Lernmaßnahmen sollten nachvollziehbar sein und Weiterbildung sollte klaren Zielen folgen.

In diesem Teil unseres eLearning-Glossars erklären wir vier Begriffe: Schnittstelle, Schulungshistorie, Schulungsnachweis und Schulungsstrategie. Was bedeuten sie und welche Rolle spielen sie für Learning Management Systemen?

Schnittstelle

Eine Schnittstelle, auf Englisch: Interface, bezeichnet eine Verbindungsstelle, über die Informationen ausgetauscht werden können. Dabei kann es sich beispielsweise um die Verbindung zwischen einem Menschen und einem technischen System oder um die Verbindung verschiedener technischer Systeme handeln. Die Benutzeroberfläche eines Learning Management Systems (LMS) ist eine solche Mensch-Maschine-Schnittstelle: Über Menüs, Schaltflächen und Eingabefelder können Lernende und Administrierende mit dem System interagieren.

Technische Schnittstellen ermöglichen den Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Anwendungen oder Systemen. Im eLearning können sie beispielsweise dazu dienen, ein LMS mit einem Personalmanagementsystem oder anderen Unternehmensanwendungen zu verbinden. So lassen sich je nach technischer Umsetzung etwa Nutzerinformationen, Kursdaten oder Abschlussinformationen automatisiert übertragen. Welche Daten tatsächlich ausgetauscht werden können, hängt von den beteiligten Systemen und der jeweiligen Schnittstelle ab.

Eine verbreitete Form der Softwareschnittstelle ist die API (Application Programming Interface). Eine API legt fest, wie Softwareanwendungen miteinander kommunizieren und auf bestimmte Daten oder Funktionen zugreifen können. Für ein LMS sind solche Schnittstellen insbesondere dann relevant, wenn die Lernplattform in eine bestehende IT-Landschaft eingebunden und ein manueller Datenaustausch zwischen verschiedenen Anwendungen reduziert werden soll.

Schulungshistorie

Eine Schulungshistorie gibt im Zusammenhang mit Lernplattformen einen Überblick über vergangene Lern- und Schulungsaktivitäten einer Person. Der Begriff bezeichnet dabei keine einheitlich festgelegte technische Funktion. Je nach LMS kann eine solche Übersicht zum Beispiel absolvierte Kurse, Abschlusszeitpunkte, Bearbeitungsstände, Ergebnisse oder erworbene Zertifikate enthalten.

Eine Schulungshistorie kann Unternehmen dabei helfen, absolvierte Schulungen und aktuelle Lernstände nachzuvollziehen sowie wiederkehrende Lernmaßnahmen zu organisieren. Viele LMS bieten dafür Funktionen zur Erfassung und Auswertung von Kursabschlüssen oder Lernfortschritten. Welche Informationen tatsächlich zur Verfügung stehen, hängt vom jeweiligen System und dessen Konfiguration ab.

Schulungsnachweis

Ein Schulungsnachweis dokumentiert nachvollziehbar, dass eine Schulung oder Unterweisung durchgeführt wurde, beziehungsweise eine Person daran teilgenommen hat. Welche Anforderungen an einen solchen Nachweis gestellt werden, hängt vom jeweiligen Schulungsthema und gegebenenfalls von gesetzlichen, vertraglichen oder betrieblichen Vorgaben ab. Einen allgemeingültigen Schulungsnachweis, der für jeden Anwendungsfall gleichermaßen geeignet ist, gibt es daher nicht.

Je nach Zweck kann ein Nachweis beispielsweise den Namen der teilnehmenden Person, das Thema oder die Bezeichnung der Schulung, den Zeitpunkt der Durchführung und Informationen zum Abschluss enthalten. Bei bestimmten Unterweisungen können weitere Angaben erforderlich sein. Im Arbeitsschutz richten sich die Anforderungen an die Dokumentation zum Beispiel nach den jeweils einschlägigen Vorschriften und Regeln.

Ein LMS kann die Dokumentation digitaler Schulungen unterstützen, indem es etwa Kursabschlüsse oder Abschlusszeitpunkte erfasst und Berichte oder Zertifikate bereitstellt. Ein im LMS gespeicherter Kursabschluss ist jedoch nicht automatisch für jeden rechtlich relevanten Schulungs- oder Unterweisungsnachweis ausreichend. Entscheidend sind stets die konkreten Anforderungen an die jeweilige Maßnahme.

Schulungsstrategie 

Eine Schulungsstrategie beschreibt, wie ein Unternehmen das Wissen und die Kompetenzen seiner Mitarbeitenden gezielt weiterentwickeln möchte. Sie verbindet Weiterbildung mit den Zielen und Anforderungen der Organisation und schafft damit einen Rahmen für die Planung einzelner Schulungsmaßnahmen. 

Eine Schulungsstrategie beantwortet unter anderem folgende Fragen: Welche Zielgruppen benötigen welche Kompetenzen? Welche Lernziele sollen erreicht werden? Und welche Lernformate eignen sich dafür? Auch die Festlegung von Prioritäten, Verantwortlichkeiten, Zeitplänen und Verfahren zur Erfolgskontrolle kann Bestandteil einer solchen Strategie sein. So werden einzelne Schulungen nicht isoliert betrachtet, sondern in einen übergeordneten Weiterbildungsprozess eingeordnet. 

eLearning kann innerhalb dieser Strategie ein Baustein neben anderen Lernformen sein. Digitale Lernangebote ermöglichen es unter anderem, Inhalte zeit- und ortsunabhängig bereitzustellen und größere oder räumlich verteilte Zielgruppen zu erreichen. Die Wahl des passenden Lernformats sollte sich jedoch am jeweiligen Lernziel, an den Inhalten und an der Zielgruppe orientieren. Dabei können eLearning, Präsenztrainings, Webinare, praktische Übungen oder Kombinationen verschiedener Formate zum Einsatz kommen. 

S wie strukturierte digitale Weiterbildung 

Die vier Begriffe beschreiben unterschiedliche Aspekte digitaler Weiterbildung. Zusammengenommen zeigen sie jedoch, dass erfolgreiches eLearning weit über die reine Bereitstellung von Onlinekursen hinausgeht. 

Ein Learning Management System kann bei vielen dieser Aufgaben unterstützen: Es kann Lernangebote bereitstellen, Lernfortschritte erfassen und Schulungsinformationen verwalten. Je nach technischen Möglichkeiten lässt es sich zudem mit anderen Systemen verbinden. Die passende technische Lösung sollte dabei immer zu den Prozessen, Anforderungen und Lernzielen des jeweiligen Unternehmens passen. 

Mit diesen vier Begriffen ist der Buchstabe S noch längst nicht abgeschlossen. Weitere Begriffe erklären wir im zweiten Teil zu dem Buchstaben S. 

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